PR-Trends 2014: eine Übersicht

PR-Trends 2014: eine Übersicht

Das Interesse an der Zukunft ist ungebrochen. Der Jahreswechsel ist die Zeit für Prognosen. Für Sascha Lobo fängt das Jahr mit einer persönlichen Kränkung und Liebesentzug an: Das Internet ist kaputt meint er: Reaktionen z.B. beim Tagesspiegel.

Natürlich ist eine Technologie niemals nur positiv, sondern häufig dual-use, d.h. die Technologie manifestiert sich durch ihre Nutzung. Das ist eigentlich schon ein alter Hut wie z.B. die Social Studies of Science belegen. Die Kritik an der sogenannten Informationsgesellschaft hat z.B. Jan-Felix Schrape schön ausgebreitet: man muss bei der Kritik nicht gleich in die Kerbe von MorozovLovink oder Carr schlagen. Aber eine differenzierte Betrachtung des sogenannten Internets ist schon lange notwendig (siehe auch:  das für einen Google-Manager zwar mit viel Hurra, aber doch in Teilen differenzierte Buch The new digital age (Schmidt/Cohen) oder noch denkanregender Who owns the future (Lanier).

Gerade die PR springt sehr schnell auf Trends und Hypes auf. Deshalb ist hier ein eher besonnener Blick notwendig. Entscheidend ist die Frage, mit welchen Ziel und Verständnis PR betrieben wird. Und hier ist häufig noch ein großes Missverständnis: PR im Sinne von öffentlichen Beziehungen kauft keine Meinung, verkauft keine Produkte und wirbt nicht. PR baut systematisch Beziehungen zwischen einer Organisation und verschiedenen Gruppen mittels Kommunikation auf und aus. PR ist ein feines Sensorium gesellschaftlicher Entwicklungen und Trends und spiegelt diese in die Organisation als Seismograph zurück.

Was tut sich also in der PR im Jahr 2014? Etliche Agenturen, Experten und Trendforscher versuchen einen Blick in die Zukunft:

Als Pendant dazu sind die Journalismus-Trends mindestens genauso wichtig:

Was bleibt? Wir werden sehen. Relativ deutlich zeigt sich auf der operativen Ebene, dass Content und Mobile dominante Trends der Mediennutzung bleiben werden. Was wir nicht brauchen: ein Aufspringen auf jede neue Technologie, die gerade entwickelt wird (Google Glass > Glasshole). Was wir brauchen: mehr Zeit zum Nachdenken und Luftholen und keine instant-response Kultur. Muss man always on sein? Nein. Muss man sich dem Dialog stellen: ja.

Die Grundprinzipien der PR – wie auch im Beitrag von Dominik Allemann (bernetblog) erläutert – gelten auch im Zeiten des Medienwandels:

  1. Zuhören und Monitoren im Sinne eines integrierten Issues- und Themenmanagements: Was wissen wir über unsere Stakeholder und wie können wir diese besser verstehen?
  2. Themensetzung und Umsetzung: Fokussierung auf relevante Themen, Integration der Inhalte über verschiedene Plattformen hinweg
  3. Dialog und Austausch: Welche Position nimmt die Organisation zu zentralen Themen ein und was bedeutet dies für die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen?

Dieses Jahr wird mit dem größten Medienereignis der Welt (WM 2014) auf jeden Fall spannend, auch wenn man sich nicht für Sport interessiert. Denn in den Redaktionen, Agenturen und Kommunikationsabteilungen wird jetzt schon auf Hochtouren überlegt, wie man das Ereignis nutzen kann. Daneben wird das Thema „digitale Ethik“ zu einem großen Thema werden. Die Hochschule der Medien hat gestern ein entsprechendes Institut eröffnet. Dazu gibt es auch einen kleinen Audio-Beitrag: